Wir haben hier bereits über Lightyear gesprochen, wir wissen, dass sein erstes serienmäßiges Solar-Elektrofahrzeug, das Lightyear Zero, vorbestellbar ist und die Produktion bald beginnen wird. Aber dies ist unsere erste Gelegenheit, über Koenigsegg zu sprechen – den berühmten Hersteller von Hyperautos – der jetzt seine Investition in den Hersteller von Solar-Elektrofahrzeugen bestätigt hat.
Koenigsegg ist ein schwedisches Unternehmen, das 1994 gegründet wurde und dessen erstes Hypercar, der CC8S, 2002 auf den Markt kam. Von Anfang an war das Unternehmen an der Entwicklung modernster Technologie beteiligt. Das erste serienmäßige Carbonfaserrad kam von Koenigsegg, der erste nockenlose Motor landete im Gemera 2020, das Unternehmen ist führend in der Entwicklung von Elektromotoren und Batterien.

Koenigsegg verkaufte 2019 20 % der Anteile an dem Unternehmen an NEVS. Dabei handelt es sich um ein Unternehmen, das von niemand geringerem als der Evergrande Group gegründet wurde, nachdem Koenigsegg sich 2012 aus dem Kauf von SAAB von GM zurückgezogen hatte. Im Jahr 2021 kaufte Koenigsegg die Anteile von NEVS zurück und besitzt 100 % seines Geschäfts.
Es gibt Ähnlichkeiten zwischen den beiden Unternehmen – beide nutzen fortschrittliche Fertigungstechniken und Materialien, beide entwickeln ihre eigenen Elektromotoren und versuchen, die Effizienz des Antriebsstrangs zu verbessern. Hier enden die Ähnlichkeiten. Das eine stellt einige der schnellsten Autos auf diesem Planeten her und das andere möchte die Energie der Sonne nutzen, damit wir unsere Elektrofahrzeuge nicht mehr über das Stromnetz aufladen müssen. Der eine produziert nur wenige Autos pro Jahr, der andere möchte ein Großserienhersteller werden.

Der Fokus der beiden Unternehmen liegt darauf, Antriebsstränge effizienter, kleiner und damit leistungsstärker zu machen. Koenigsegg Gemera ist ein Hybrid, der von einem 2-Liter-Benzinmotor ohne Nockenwelle angetrieben wird und 590 PS (440 kW) leistet, was schon eine lächerliche Zahl ist, aber die Gesamtleistung des Wagens beträgt 1.700 PS (1.268 kW) – der Rest kommt von drei Elektromotoren. Zwei davon pumpen 500 PS und 1.000 Nm Drehmoment aus, um die Hinterräder anzutreiben, und derjenige, der die Vorderräder antreibt, verfügt über 400 PS und 500 Nm Drehmoment.
Plant Lightyear eine Hochleistungsversion seines Solar-Elektrofahrzeugs? Absolut nicht. Der Punkt ist der Elektromotor selbst – er heißt Quark, wiegt 63 Pfund und ist etwa so groß wie ein A4-Blatt Papier. Lightyear verwendet in den Rädern des Autos Elektromotoren, die ähnlich klein, aber bei weitem nicht so leistungsstark sind. Wenn man eine Gruppe äußerst erfahrener Ingenieure zusammenbringt, die bereits für einige der besten Elektrofahrzeugtechnologien auf dem Markt verantwortlich sind, kann das Ergebnis nur revolutionär sein.

Lightyear und Koenigsegg haben eine Investitionsvereinbarung über einen nicht genannten Betrag unterzeichnet und werden ihre Technologieportfolios teilen. Das bedeutet nicht, dass wir den nächsten Koenigsegg mit integrierten Solarpaneelen sehen werden, noch dass wir ein 400 km/h schnelles Lightyear-Auto sehen werden. Aber wir werden sehen, dass das kommende Lightyear 2 von kleineren und effizienteren Elektromotoren profitieren wird. Wir werden noch schneller aufladbare Batterien sehen und vielleicht sogar den ersten vollelektrischen Koenigsegg.
Dann ist da noch die gar nicht so kleine Angelegenheit der CO2-Gutschriften. Da Lightyear ein reiner Hersteller von Elektrofahrzeugen ist, kann es CO2-Gutschriften an andere Unternehmen verkaufen, und das kann ein lukrativer Nebenerwerb sein – Tesla hat in diesem Jahr bisher CO2-Gutschriften im Wert von über 1 Milliarde US-Dollar verkauft. Was auch immer der Deal sein mag, hoffen wir, dass er für beide Unternehmen klappt und dass wir die Ergebnisse bald auf der Straße sehen können.
