Die Hochleistungs-N-Abteilung von Hyundai hat endlich alle Details zu ihrer neuesten Kreation, dem Hyundai Ioniq 6 N, enthüllt. Er mag wie die „elektrifizierte Streamliner“-Limousine der Marke aussehen, aber diese Version ist ein auf die Rennstrecke ausgerichtetes Monster.
Es übernimmt die besten Teile des gefeierten Ioniq 5 N und erweitert sie auf 11, indem es neue Hardware und Software hinzufügt. Das Unternehmen lässt das Auto derzeit von Journalisten auf dem Korea International Circuit testen und hat eine weltweite Markteinführung für Anfang 2026 bestätigt.

Bei Elektroautos geht es immer zuerst um die Leistung, und die liefert der Ioniq 6 N. Sein Doppelmotorensystem leistet standardmäßig 609 PS (448 kW). Doch ein Druck auf die „N Grin Boost“-Taste setzt für 10 Sekunden die volle Leistung von 650 PS (478 kW) und das Drehmoment von 770 Nm frei.
Dadurch beschleunigt die Limousine mithilfe der N Launch Control in nur 3,2 Sekunden von 0 auf 100 km/h und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 257 km/h. Die Kraft kommt von zwei Motoren, einem 166-kW-Motor vorne und einem stärkeren 282-kW-Motor hinten, was ihm ein rückwärtsbetontes Gefühl verleiht.

Aber die N-Marke von Hyundai besteht darauf, dass es bei ihren Autos nicht nur um Geradeausgeschwindigkeit geht. Sie sind nach drei Regeln gebaut: „Corner Rascal“, „Racetrack Capability“ und „Everyday Sportscar“. Um sich den Namen „Corner Rascal“ zu verdienen, sind Karosserie und Fahrgestell des Ioniq 6 N viel stärker als das Standardauto. Die Ingenieure fügten Dutzende zusätzlicher Schweißpunkte und mehr Strukturklebstoff hinzu, um den Rahmen steifer zu machen, sodass die komplett neu gestaltete Aufhängung ihre Aufgabe erfüllen konnte.
Das Auto verfügt über ein abgesenktes Rollzentrum für bessere Stabilität, neue Buchsen und intelligente „Hub-Sensing“-Dämpfer mit elektronisch gesteuerter Federung (ECS). Ein elektronisches Sperrdifferenzial (e-LSD) am Heck hilft dabei, die gesamte Leistung zu verwalten und das Auto durch Kurven zu ziehen.

Hyundai weiß, dass viele Fahrer den Lärm und das mechanische Gefühl eines Benzinmotors vermissen. Der Ioniq 6 N steckt also voller cleverer Tricks. Das „N e-Shift“-System ist ein virtuelles Getriebe. Es ahmt das Gefühl eines 8-Gang-Doppelkupplungsgetriebes nach, komplett mit Stößen zwischen den „Schaltvorgängen“ und einer Redline.
Dazu kommt „N Active Sound+“, ein System, das futuristische, vom Motorsport inspirierte oder sogar düsenjägerähnliche Geräusche über zehn Lautsprecher pumpt. Es verfügt sogar über einen „N Drift Optimizer“, einen speziellen Modus, der Fahrern aller Könnensstufen dabei hilft, durch Steuerung des Winkels und des Durchdrehens des Fahrzeugs eine perfekte Spur zu halten.

Aber auch ein rennstreckentaugliches Auto muss in der realen Welt bestehen. Der Hyundai Ioniq 6 N ist immer noch ein Elektrofahrzeug, und das bedeutet, dass man eine Batterie schonen muss. Es verfügt über einen großen 84,0-kWh-Akku und kann dank seiner fortschrittlichen 800-Volt-Architektur unglaublich schnell aufgeladen werden. Wenn der Akku an ein 350-kW-Gleichstrom-Schnellladegerät angeschlossen ist, kann er in nur 18 Minuten von 10 % auf 80 % aufgeladen werden.
Das N-spezifische Batteriesystem umfasst außerdem ein fortschrittliches Wärmemanagement und eine Vorkonditionierung, sodass der Fahrer die Batterie auf „Drag“ (maximale Leistung), „Sprint“ (eine schnelle Runde) oder „Endurance“ (mehrere Runden auf einer Strecke) einstellen kann, um die Leistung konstant zu halten. Hyundai schätzt die WLTP-Reichweite auf 487 km.

Natürlich sieht der Ioniq 6 N auch so aus. Es ist breiter als das Standardauto und misst 1,94 mm, um die 20-Zoll-Schmiedealuminiumräder abzudecken. Diese Räder sind mit speziellen HN Pirelli P-Zero-Reifen umwickelt. Das Auto ist 4,93 m lang und erhält aggressive neue Stoßfänger, aber die offensichtlichste Änderung ist der massive, vom Motorsport inspirierte Schwanenhals-Heckflügel.
Dieser Flügel trägt zusammen mit anderen Aero-Teilen dazu bei, dass das Auto einen niedrigen Luftwiderstandsbeiwert von 0,27 Cd erreicht und dennoch genügend Abtrieb für Stabilität bei hohen Geschwindigkeiten erzeugt. Der Innenraum ist ganz im Business-Stil gestaltet und in Schwarz mit „Performance Blue“-Akzenten gehalten. Die stark gepolsterten Schalensitze sind mit Alcantara-Wildleder und -Leder bezogen, und ein spezielles N-Lenkrad verfügt über zwei „N“-Tasten für individuelle Fahrmodi.

Hyundai hat alle technischen Details zum Ioniq 6 N bekannt gegeben, mit Ausnahme der Kosten, mit denen viele eifrige Käufer rechnen. Da das Fahrzeug voraussichtlich erst Anfang 2026 auf den internationalen Märkten eingeführt wird, hat sich der Hersteller dafür entschieden, seine Preisgestaltung vertraulich zu behandeln. Aktuelle Schätzungen deuten darauf hin, dass das Auto einen höheren Preis als sein Gegenstück, den Ioniq 5 N, haben wird.
Berichten zufolge wird das Fahrzeug im Vereinigten Königreich „deutlich unter 82.000 Euro“ kosten und möglicherweise rund 78.600 Euro landen, was einen amerikanischen Startpreis von etwa 70.000 US-Dollar impliziert. Während andere Elektrofahrzeuge in dieser Preisklasse die Geschwindigkeit erreichen oder sogar übertreffen, ist Hyundai überzeugt, dass kein Konkurrent diese spezielle Kombination aus rennstreckentauglicher Technologie und fahrerorientiertem Fahrspaß bietet.