Volvo Trucks gab bekannt, dass es mit der Erprobung der ersten Lkw begonnen hat, die mit wasserstoffbetriebenen Brennstoffzellen ausgestattet sind. Das Unternehmen gibt an, dass die Lkw mit einer einzigen Ladung eine Reichweite von 1.000 km oder etwas mehr als 620 Meilen haben und das Auftanken weniger als 15 Minuten dauert.
Volvo und Daimler Truck haben 2021 ein Joint Venture gegründet, das die Brennstoffzellen für die Lkw liefert. Volvo ist davon überzeugt, dass wasserstoffbetriebene Brennstoffzellen sehr gut für den Langstrecken- und Schwerlasttransport und die Transportindustrie geeignet sind. Das Unternehmen verzichtet nicht auf batteriebetriebene Lkw, sondern prüft lediglich alle möglichen Lösungen.

Die Elektrifizierung des Fernverkehrs bringt eine Reihe von Herausforderungen mit sich. Das Haupthindernis sind die Batterien, die bei Schwerlastkraftwagen gigantisch sein müssen und teilweise mehr als 4 Tonnen wiegen. Hinzu kommt die öffentliche Ladeinfrastruktur, die derzeit nahezu nicht vorhanden ist. Die Technologie ist mit der kürzlich eingeführten MCS-Megawatt-Ladung bereits vorhanden, aber die Infrastruktur für Nutzfahrzeuge ist noch enorm unterentwickelt.
Batteriebetriebene Lkw eignen sich besser für Kurzstreckenfahrten und Stadtfahrten, da sie über Nacht im Depot aufgeladen werden können. Langstreckenfahrten erfordern mehr Energie, die über einen viel längeren Zeitraum zur Verfügung steht, und Volvo glaubt, dass Wasserstoff-Brennstoffzellen hier die Antwort sein könnten.

Die Speicherung und der Transport von Wasserstoff sind nicht das Hauptproblem – das Problem ist die großflächige Bereitstellung von grünem Wasserstoff. Ein weiteres Problem ist die Betankungsinfrastruktur, die derzeit nicht vorhanden ist, die aber relativ schnell aufgebaut werden sollte, wenn das Hauptproblem gelöst ist. Der Großteil des Wasserstoffs wird mit fossilen Brennstoffen hergestellt, was inakzeptabel ist, und sobald die Technologie in großem Maßstab auf erneuerbare Energien umgestellt wird, kann Wasserstoff zu einer echten Alternative für die Transportindustrie werden.