Die unerwartete Entscheidung von Tesla, den Ausbau seines Supercharger-Netzwerks drastisch zu reduzieren, hat Schockwellen in der Elektrofahrzeugbranche ausgelöst. Der Schritt des Unternehmens, rund 500 Mitarbeiter zu entlassen, hat ein Vakuum auf dem Markt hinterlassen. Jetzt nutzen Wettbewerber – insbesondere im traditionellen Energiesektor – die Chance.
Der Öl- und Gasriese BP ist ein solcher Akteur, der aggressiv gegen verlassene Tesla-Supercharger-Standorte vorgeht. „Wir sind ständig auf der Suche nach erstklassigen Immobilien, um unser Netzwerk zu erweitern“, sagt Sujay Sharma, CEO von BP Pulse Americas, und unterstreicht die Ambitionen des Unternehmens angesichts des überraschenden Schritts von Tesla.

Elon Musk, CEO von Tesla, hat zwar klargestellt, dass das Unternehmen lediglich die Supercharger-Expansion verlangsamt und gleichzeitig bestehende Hubs modernisiert, hat jedoch dennoch eine Reihe von Standorten aufgegeben, die sich noch in einem frühen Entwicklungsstadium befanden. Kleinere Akteure wie Revel, ein in New York tätiges Start-up für das Aufladen und Vermitteln von Elektrofahrzeugen, erwägen ebenfalls, die Möglichkeiten im Bundesstaat zu nutzen. Führungskräfte anderer großer Ladenetzwerke wie EVgo sehen den Rückzug von Tesla ebenfalls als Chance, ihre Marktpräsenz zu erhöhen.
Diese jüngste Entwicklung deutet auf einen breiteren Trend hin, dass alte Kraftstoffunternehmen in den Ladebereich für Elektrofahrzeuge wechseln. Tankstellenketten wie Pilot-Flying J und Love’s Travel Stops investieren stark in die Ladeinfrastruktur. BP selbst hat bis 2030 gewaltige 1 Milliarde Euro für sein US-Ladenetz für Elektrofahrzeuge zugesagt.

Letztes Jahr gab BP einen Auftrag über Tesla-Ladehardware über 85 Millionen Euro bekannt und signalisierte damit das Potenzial für die Nutzung der Tesla-Technologie in seinem eigenen Netzwerk.
Könnten kleinere Betreiber aus dem Rückzug von Tesla Kapital schlagen und eine größere regionale Präsenz aufbauen? Wie werden sich etablierte Gasriesen anpassen, um in dieser neuen Energielandschaft wettbewerbsfähige Akteure zu werden? Was für die Verbraucher vielleicht am wichtigsten ist: Wird dieser Wettbewerb letztendlich das Laden für Elektrofahrzeugbesitzer bequemer und erschwinglicher machen? Wird Tesla sein Geschäftsmodell auf den Verkauf seiner Ladehardware an Drittunternehmen umstellen? Dies würde den Deal mit BP erklären. Die kommenden Monate werden Licht auf Teslas Zukunftspläne werfen; Im Moment tappen wir alle im Dunkeln.