Das moderne Elektroauto wird weniger zu einer Transportmaschine, sondern mehr zu einem mobilen Computer. Das Cockpit wurde von einem mit analogen Anzeigen gefüllten Raum zu einem großen digitalen Bildschirm, auf dem der Fahrer alles von der Navigation bis zum Ladestatus verwaltet. Mit diesen großen Bildschirmen erwarten Besitzer ein gleichermaßen fortschrittliches und anpassbares Softwareerlebnis.
Das Software-Erlebnis im Auto blieb immer hinter der Hardware zurück, weshalb Android Auto für viele Fahrer eine bevorzugte Option ist. Und bald wird es noch besser, da Sie damit Ihren primären Fahrbildschirm mit dynamischen Widgets in voller Größe personalisieren können, eine Funktion, die derzeit nur unter dem Codenamen „Erde“ bekannt ist.

Dies ist eine große Sache für jeden, der ein Elektrofahrzeug oder ein anderes Fahrzeug besitzt, das auf die Dashboard-Oberfläche von Google angewiesen ist. Das Ziel von „Earth“ ist unkompliziert und dennoch transformativ: Es ermöglicht Fahrern, Anwendungen direkt von ihrem Mobiltelefon abzurufen und sie prominent auf dem Startbildschirm von Android Auto anzuzeigen.
Stellen Sie sich vor, Sie sehen sofort eine detaillierte Wettervorhersage über Ihre bevorzugte App oder lassen eine spezielle Stoppuhr für Streckentage laufen – sie bringt die umfassende, personalisierte Flexibilität eines modernen Smartphones direkt auf das Hauptdisplay Ihres Autos. Diese Art der Anpassung scheint eine längst überfällige Funktion zu sein.

Derzeit bietet Android Auto eine eingeschränkte Personalisierung. Fahrer können „Taskbar-Widgets“ aktivieren, die sich am unteren Bildschirmrand befinden und in erster Linie schnelle Steuerelemente für Dinge wie das Überspringen von Musik oder das Anhalten eines Podcasts bieten. Sie können in den Launcher-Einstellungen auch benutzerdefinierte Verknüpfungen einrichten, um Aktionen mit einem einzigen Tastendruck auszuführen, wie zum Beispiel das schnelle Anrufen eines Lieblingskontakts, das Navigieren zu einer gespeicherten Privatadresse oder das Auslösen eines Google Assistant-Sprachbefehls.
Diese Optionen sind hilfreich, beschränken die Treiber jedoch auf kleine Symbole und einfache Aktionen. Die neuen „Erde“-Widgets ändern dies völlig, indem sie dynamischen Informationen viel Platz auf dem Bildschirm widmen. Das neue Layout verändert die Fahroberfläche radikal, indem es den Bildschirm in zwei verschiedene Bereiche aufteilt.

Das System ermöglicht es dem Benutzer, ein einzelnes Widget auszuwählen, das an einer Seite des Startbildschirms verankert werden soll. Dieses dedizierte Widget-Panel nimmt etwa 35 bis 40 Prozent der gesamten Anzeigebreite ein. Der verbleibende Teil des Bildschirms, etwa 60 bis 65 Prozent, behält das vertraute Layout bei und enthält die restlichen Anwendungen und wichtigsten Fahrinformationen des Fahrzeugs.
Durch diese Aufteilung wird sichergestellt, dass Fahrer ein großes, ständig aktualisiertes Widget erhalten und gleichzeitig wichtige Navigations- oder Mediensteuerelemente im Blick behalten. Erste Tests zeigen, dass gängige Telefon-Widgets, wie ein Pixel-Wetterbericht oder die Stoppuhr der Uhr, in diesem neuen Anzeigeverhältnis bereits reibungslos funktionieren.
Um spezifische Informationen zu erhalten, musste man sich in der Vergangenheit durch Menüs wühlen oder vollständige Anwendungen aufrufen. Jetzt können Fahrer die wichtigsten Informationen – sei es die nächste Abbiegung, der örtliche Luftqualitätsindex oder vielleicht eine benutzerdefinierte Ladefortschrittsgrafik – direkt in ihrem Blickfeld platzieren, ohne den Bildschirm berühren zu müssen.

Es handelt sich um eine Weiterentwicklung, die der Tatsache Rechnung trägt, dass der Bildschirm im Armaturenbrett nun die Kommandozentrale des Fahrzeugs ist. Die beste Technologie tritt in den Hintergrund, und die Abkehr von statischen Symbolen hin zu dynamischen, relevanten Daten ist für alle Fahrzeuge ein großer Schritt in diese Richtung.
„Earth“ befindet sich noch in der Entwicklung, aber seine Einführung verspricht der nächste große Fortschritt in der Autosoftware zu sein. Wir erleben den Beginn eines echten Wandels von Armaturenbrettern im Auto, die lediglich ein Telefon widerspiegeln, hin zu einem wirklich integrierten, personalisierten Erlebnis.